Wer Tiere liebt (nicht nur Affen) und ihnen einmal ganz nahe sein möchte, der wird Apenheul lieben. Hier werden viele verschiedene Affen gehalten und zwar so artgerecht und frei wie möglich.

Totenkopfäffchen

Totenkopfäffchen

Manche, wie die Totenkopfäffchen oder verschiedene Lemuren, leben auf Inseln, auf denen sie sich völlig frei bewegen können und dort kann man sie besuchen – ohne Zäune oder Scheiben dazwischen. Als Besucher ist man manchmal auf die Fütterungszeiten angewiesen, um die Tiere zu sehen, denn sie können sich auch komplett „verkrümeln“! Doch niemand muss befürchten, durch das ganze Areal von Apenheul zu wandern, ohne auf Tiere zu stoßen oder irgendwo von einem Gorilla bedroht zu werden. Sehr viele Bewohner des Apeldoorner Zoos leben in Gehegen und die Besucher können sie dort entweder auf den Außenanlagen oder auch in ihren Häusern sehen. Gerade die Außengehege haben oft riesige Ausmaße und sind toll ausgestattet, so dass sich auch Bonobos und Gorillas sichtlich wohlfühlen. Liebe Tierfreunde: Ja, natürlich, es ist ein Zoo und da ist die Haltung niemals ideal, aber in Apenheul tut man sein Möglichstes, um dem so nah wie möglich zu kommen! Ich wage mal zu behaupten, dass einige Tiere, wie z. B. die Totenkopfäffchen, es in freier Wildbahn nicht besser hätten, denn sie sind sowieso reviertreu und können sich tagsüber völlig frei bewegen.

Nicht nur Affen leben in Apenheul sondern z. B. auch diese possierlichen Nasenbären

Nicht nur Affen leben in Apenheul sondern z. B. auch diese possierlichen Nasenbären

Aber fangen wir am Anfang an. Apenheul befindet sich in einem großen Naturpark namens Berg en Bos (Berg und Wald), zu dem der Eintritt kostenlos ist. Mehr Informationen darüber hier:
http://www.nl-blog.de/2010/niederlande/botanischer-garten-und-erlebnispark-berg-bos-in-apeldoorn/

Der Zooeintritt beträgt 18,00 EUR. Manche Hotels und die niederländischen Jugendherbergen StayOkay bieten vergünstigte Tarife für ihre Gäste an.

Im Zoo erhält man kostenlos eine affensichere Tasche. Manche der Äffchen sind nämlich sehr neugierig und untersuchen die Menschen genau. Sie beherrschen das Öffnen von Reißverschlüssen und diese Taschen besitzen noch einen Karabinerhaken, mit dem der Reißverschluss gesichert wird.

Hat man sein Hab und Gut in der Tasche verstaut, geht es weiter zum ersten Gebiet, in dem die größere Totenkopfaffen-Gruppe lebt, die bolivianischen Totenkopfäffchen. Über hundert Tiere sind es mittlerweile. Inzwischen sind sie recht zurückhaltend, früher dagegen stürzten sie sich gern auf die Menschen und untersuchten sie genau. Dabei wurde in alle Hosentaschen geguckt, an Haarspangen und Ohrringen gezogen und interessante Gegenstände wie Fotoapparate und Kinderwagen genau inspiziert. Bei meinem nächsten Besuch werde ich einmal nachfragen, warum dieses Verhalten nachgelassen hat.

Sifakas gibt es in europäischen Zoos eher selten

Sifakas gibt es in europäischen Zoos eher selten

Im gleichen Revier leben auch Kapuzineraffen und Schwarze Brüllaffen. An den putzigen Nasenbären vorbei geht es zum Madagaskargebiet – hier wohnen die Lemuren. Kronensifakas und Alaotra-Bambuslemuren befinden sich in einem Gehege mit einer Glasscheibe. Die Sifakas zeigen ihre Kletter- und Springkünste – die Bambuslemuren sucht man dagegen oft vergeblich. Anders sieht es dann schon mit den freilaufenden Roten Varis, Schwarzweißen Varis, Kattas und Rotbauchmakis aus. Die liegen morgens dösend unter den Dächern der Hütten, oder jagen sich gegenseitig und finden sich pünktlich zu den Fütterungszeiten ein.

Dieses mehrköpfige Tier ist eine Rotbauchmaki-Mama, die ihre Zwillinge durch die Gegend schleppen muss

Dieses mehrköpfige Tier ist eine Rotbauchmaki-Mama, die ihre Zwillinge durch die Gegend schleppen muss

Ich liebe Lemuren und habe daher die längste Zeit hier verbracht, wo man den bezaubernden Madagassen ganz nah kommt – und auch mal von einem angerempelt wird, was ich mir natürlich gern gefallen lasse. Angeblich soll es auch Sclaters Makis oder Blauaugenmakis hier geben – die bekam ich aber nicht zu Gesicht.

Etwas weiter kann man von oben einen guten Überblick über das Bonobo-Gelände bekommen. Den Menschenaffen wurde ein riesiges Klettergerüst gebaut, das sie auch gern benutzen. Es gibt viele junge Bonobos zu bewundern; das jüngste Baby ist am 17. Juli zur Welt gekommen.

Im Baumwipfelpfad lernt man, wie es im Südamerikanischen Regenwald zugeht

Im Baumwipfelpfad lernt man, wie es im Südamerikanischen Regenwald zugeht

Weiter geht es zum Dajak Farm Restaurant. Hier bekommt man zu mittleren Preisen niederländische Spezialitäten wie Pommes Frites, Kroketten (Achtung, die sind in den Niederlanden mit Fleisch in gewöhnungsbedürftiger Konsistenz gefüllt) usw. Lecker sind die Muffins! Bei starkem Regen werden hier auch Regencapes und -schirme mit Apenheul-Motiv verkauft – ich musste zugreifen, weil ich sonst pitschnass geworden wäre. Das Cape kostete allerdings nur knapp 5 EUR und war eine tolle Anschaffung. :-)

Abgesehen vom Imbiss können Kinder auf dem Spielplatz ganz toll klettern, herumtoben, kleine Lori-Papageien bewundern und einige Tiere streicheln.

Von hier aus geht es weiter in den Nordosten, dort leben Orang Utans und Languren aus Java. An den Bartaffen vorbei wandert man nun weiter und gelangt zu den Berberaffen, die man ebenfalls in ihrem Gelände besuchen kann. Hier kommt man auch an den Kahlkopfibissen vorbei. In Zoos leben etwa 700 Tiere, in der freien Natur sind es weniger.

Die Klammeraffen können ihren Schwanz wie eine Hand benutzen

Die Klammeraffen können ihren Schwanz wie eine Hand benutzen

Während man nun entlang der Gorillainsel wieder Richtung Ausgang zurück spaziert, passiert man die Gehege der Löwenkopfäffchen, Weißwangengibbons, Husarenaffen und Weißkopfsakis. Die öffentliche Gorilla-Fütterung erreicht man übrigens von hier aus nicht direkt, da biegt man am besten vom Dajak-Restaurant aus ab. Die Gorillas scheinen sich hier wohlzufühlen, denn im Laufe der Jahre kamen schon 30 Gorillakinder zur Welt, die heute in Zoos auf der ganzen Welt leben.

Über den tollen Spielplatz „Bushbaby“ geht es weiter zu einem recht neuen Gebiet, dem Bosheuvel (Waldhügel) mit einem wunderschönen Baumwipfelpfad. Da kann man mal sehen, wie es für die Affen ist, sich ganz oben in den Baumkronen aufzuhalten. Zudem wurden verschiedene südamerikanische Tiere riesig groß nachgebildet und in die Bäume gesetzt: Schlangen, eine Riesenspinne, Ameisen und vieles mehr. Auf diesem Pfad trifft man die zweite Totenkopfäffchengruppe, diesmal handelt es sich um die gewöhnlichen Totenkopfaffen aus dem nördlichen Südamerika. Außerdem leben hier Weißkopf-Büschelaffen, Kaiserschnurrbart-Tamarine, Schwarze Klammeraffen, Springtamarine und die kleinsten Äffchen: Zwergseidenäffchen.

Die Roten Springaffen oder Titis sind nur etwa 30 cm groß

Die Roten Springaffen oder Titis sind nur etwa 30 cm groß

Im Gebiet der Wollaffen laufen weitere kleine Äffchen frei herum: die Roten Titis und die Goldkopflöwenäffchen. Auch die frei fliegenden Aras kommen, gerade zu den Fütterungen, gerne vorbei!

Das war’s! Am Souvenirladen kann man sich nun mit Erinnerungsstücken eindecken oder aber zur nächsten Runde aufbrechen.

Man möge mir verzeihen, falls ich einige Affen vergessen habe. In jedem Fall habe ich nicht alle anderen Tiere erwähnt.

Übrigens gibt es an mehreren Stellen in Apenheul schöne Spielplätze und auch noch weitere Kioske und Imbisse neben dem schon erwähnten Dajak Restaurant. Toiletten sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Überall sind Tafeln angebracht, die den Rundweg und den momentanen Aufenthaltsort zeigen, und in den meisten Fällen findet man sich damit auch gut zurecht. Ich war schon dreimal in Apenheul und bin immer wieder davon begeistert.

Mehrere schöne Spielplätze sind im Zoo verteilt

Mehrere schöne Spielplätze sind im Zoo verteilt

Adresse: Apenheul, J.C. Wilslaan 21, 7313 HK Apeldoorn
Internet: http://www.apenheul.nl – dort lässt sich auch eine deutsche Seite mit Basisinformationen aufrufen
Öffnungszeiten: vom 22.03.2010 bis 31.10.2010 von 10 bis 17 Uhr.
Eintrittspreis: Erwachsene 18 EUR, Kinder 14 EUR – Es sind auch Saisonkarten erhältlich, die sich bereits ab dem zweiten Besuch lohnen. Außerdem kann man damit kostenlos den GaiaPark Kerkrade Zoo und den Vogelpark Avifauna besuchen, erhält einmal 50 % Rabatt für die Eintrittskarte einer Begleitperson, sowie Preisreduktionen für die Artikel im Souvenirladen und die Eintrittspreise für etliche andere niederländische Zoos.

P. S.: Mehr Bilder aus Apenheul werde ich in nächster Zeit hier veröffentlichen: http://zoo.blog-haus.net

Bonobos: Mutter und Kind

Bonobos: Mutter und Kind

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3 Responses to “Apenheul – Einzigartiger Affenzoo in Apeldoorn”

  1. […] Wahrscheinlich am bekanntesten ist Apeldoorn für den Affenzoo Apenheul. Hier leben vom kleinsten “echten” Affen der Welt, dem Zwergseidenäffchen bis zu den großen Menschenaffen Vertreter vieler verschiedener Arten. Auch andere Tiere, vor allem Vögel, aber z. B. auch die putzigen Nasenbären werden gehalten. Viele Tiere können sich frei im Gelände bewegen, z. B. Ara-Papageien, zwei Gruppen von Totenkopfäffchen, Kattas, Rote und Schwarzweiße Varis, Rotbauchmakis, Löwenkopfäffchen und viele andere, denen man als Besucher dadurch ganz nahe kommen kann. Andere leben auf geräumigen Inseln, z. B. die Bonobos, die Klammeraffen und die Gorillas. Mehr Informationen: http://www.nl-blog.de/2010/nie.....apeldoorn/ […]

  2. […] weil sie meistens abends zu ihrem Schutz in eine Behausung gehen). Mehr könnt Ihr hier lesen: http://www.nl-blog.de/2010/nie.....apeldoorn/ #gallery-1 { margin: auto; } #gallery-1 .gallery-item { float: left; margin-top: 10px; text-align: […]

  3. […] die selbst nicht so attraktiv ist, aber einen der schönsten Zoos der Niederlande beherbergt, Apenheul, in dem hauptsächlich Affen leben. Richtung Nordosten, ebenfalls etwa 20 km entfernt liegt das […]

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